Horror Ostern

Früher habe ich mich oft über das österliche Fernsehprogramm gewundert. Viele Jahre lang schienen Horrorfilme das passende Programm für die Feiertage zu sein. Drei Monate nach Weihnachten erneut ein Familienfest ertragen zu müssen, kann einen schon aggressiv machen. Sich an Ostern über gewaltsame Todesarten Gedanken zu machen, ist inhaltlich nicht vollkommen unangemessen. In Vampir- und Zombiefilmen wird ja auch auf vielfältige Weise gestorben, um sich dann umso intensiver mit den Folgen von Wiederauferstehung und ewigem Leben auseinanderzusetzen. Und schließlich ist der Antichrist, der in allen seinen teuflischen Varianten gerne durch Film und Fernsehen geistert, besessen von seinem positiven Gegenpart. Zuletzt waren es allerdings eher Filmserien, wie Scream und Final Destination, die über Ostern gezeigt wurden. Meiner Erinnerung nach gipfelte das ganze damit, dass im Fernsehen sogar die Reihe Saw gezeigt wurde, in der es letztlich darum ging, Menschen dazu zu zwingen, sich variantenreich gegenseitig zu foltern und zu töten. Auf geradezu pornographische Art und Weise wird darin extreme Gewalt gezeigt, die die Grenzen des Erträglichen überschreitet, vom guten Geschmack einmal ganz abgesehen. Horror Ostern weiterlesen

Noch Selbstmitleid oder schon Selbstmitgefühl?

„Möge ich freundlich zu mir sein“ ist ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt übertitelt. Ich dachte, ich les nicht richtig. Es geht um die nächstmögliche Stufe verschärfter Achtsamkeit, nämlich die ärztliche Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Leiden angesichts des Leidens unserer Patientinnen und Patienten. Es ist da ernsthaft von „achtsamem Selbstmitgefühl“ die Rede. Nein, nicht Selbstmitleid oder Empathie mit sich selbst sei gemeint, sondern eine „tiefe Erkenntnis des eigenen Leids“ im Zusammenhang mit Arbeitsbelastungen. Das tut weh. Noch Selbstmitleid oder schon Selbstmitgefühl? weiterlesen

Selbstfahrende Seniorenheime

Kürzlich in einem Parkhaus sah ich, wie ein sehr schicker Porsche SUV zweimal leicht einen BMW SUV bei dem Versuch rammte, in eine zu kleine Lücke einzuparken. Weiter oben waren noch viele Plätze frei. Man braucht nur ein wenig Geduld, dachte ich. Meinem Rechtsempfinden entsprechend schaute ich nach, ob der BMW beschädigt war. Der Fahrer des Porsches, ein älterer Herr von bestimmt 80 Jahren, saß noch im Wagen, ließ nur unwillig die Scheibe herunter und fragte was denn los sei. Ich sagte, dass er den Schaden melden müsse. Das könne nicht sein, sagte er, bevor das Auto irgendwo hineinfahren könnte, würde es automatisch halten. Selbstfahrende Seniorenheime weiterlesen