Zeit für Mut

„Mitgefühl ist eine instabile Emotion. Es muss in Taten umgesetzt werden, oder es verwelkt.“ Susan Sontag

Eine seriöse deutsche Wochenzeitung titelte gerade mit der Frage: Wie sollen wir das alles aushalten? Als Beispiele nennt sie Grönland und Gaza. – Ernsthaft jetzt? Was genau gibt es für uns da auszuhalten? – Angst und Hilflosigkeit? Mitleid und Ohnmacht? Der Gedanke, wir könnten die nächsten sein, die angegriffen werden oder angreifen?  Zeit für Mut weiterlesen

Marionette der Oligarchen

Wie kann es sein, dass wir plötzlich wieder um analoge Territorien kämpfen, dass Imperialismus und Kolonialismus, Eroberungskriege und Raubbau eine Renaissance erfahren? Wenn längst angezählte alte, männliche Machthaber und ihre Vasallen sich erneut anmaßen, die geographische Welt unter sich aufzuteilen, sollten wir wirklich glauben, dass es sich hier in erster Linie um einen fatalen Backlash, um eine globale Regression handelt, wo wir doch gerade erst zu ahnen begannen, dass wir es mit einem Kampf um die Zukunft der immateriellen digitalen Welt zu tun haben? – Ich kann das nicht glauben.  Marionette der Oligarchen weiterlesen

Digitale Zivilcourage – Für eine bürgerliche Identität im Netz

Einen analogen Personalausweis mit mir herumzutragen, kommt mir schon lange anachronistisch vor. Auch einen Reisepasse brauche ich kaum, fliege und bewege mich selten außerhalb der EU. Werde so gut wie nie angehalten. Fände es irgendwie charmant, wenn mich mal ein*e Wachtmeister*in nach meinen Papieren fragen würde, aber das passiert nie. Würde mich gerne mal wieder auf diese Weise identifizieren, eben nicht nur als Konsument, sondern auch als Bürger. Digitale Zivilcourage – Für eine bürgerliche Identität im Netz weiterlesen

Office @ Home: Das Recht auf einen Platz zum Arbeiten

Was haben wir darum gekämpft, endlich so oft und so lange wie möglich im Homeoffice arbeiten zu dürfen. Nun haben wir den Salat, nämlich zu viel davon. Die Pandemie funktioniert als Katalysator für so einiges. Ob sie die Digitalisierung in unserem Land tatsächlich vorangetrieben hat, mag fraglich sein. Das was die freie Marktwirtschaft währenddessen so an Innovationen fabriziert hat, hat mich bislang jedenfalls nicht umgehauen. Auch die digitalen Lösungen für die Arbeit zu hause sind nicht wirklich neu, ob nun fürs Homeoffice der Berufstätigen oder für die Homework von Schülern. Office @ Home: Das Recht auf einen Platz zum Arbeiten weiterlesen

Menschlichkeit jenseits des Humanismus

Nach Pflanze, Tier und Mensch erleben wir vermutlich gerade die Inkarnation einer neuen Art von Lebewesen, künstliche Intelligenz innerhalb und außerhalb von Robotern. Mit ihnen fragen wir Menschen uns, was den Menschen am Ende überhaupt noch ausmacht, wenn alles Berechenbare, Digitalisierbare, Virtualisierbare am Menschen von den Maschinen erlernt und übernommen worden ist. Was wird bloß von uns übrig bleiben? Oder noch radikaler gefragt: Warum sollten uns die Maschinen überhaupt am Leben erhalten?

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Kafka lässt grüßen: Von durchsichtigen Handstaubsaugern und anderen Fruchtfliegenlebendfallen

Scho(e)n anders ist es, auf dem Land zu leben. Mehr Bio als hier geht nicht. Da kann man echt noch was lernen. Im hiesigen Bio-Laden, der gerade sein 50-jähriges Bestehen feiert, wurde ein Produkt angeboten, das mich nachhaltig zum Nachdenken angeregte: Lebendfallen für Fruchtfliegen. Kafka lässt grüßen: Von durchsichtigen Handstaubsaugern und anderen Fruchtfliegenlebendfallen weiterlesen

In eigener Sache: Im Rausch des Realen

Man möge mir diesen völlig ironiefreien Beitrag nachsehen. Es wird eher ein Tagebucheintrag als eine Kolumne. Aber ich befinde mich in einem Rauschzustand, bin frisch verliebt in einen Ort, an dem ich im Hier und Jetzt ankomme, auch wenn man hier auf eine über tausendjährige Kulturgeschichte zurückblickt und die Schönheit seiner Natur völlig zeitlos ist. Hier lässt es sich einfach sein und im Bedarfsfall gesunden. Im Kloster Dießen am Ammersee bei München eröffnen wir jetzt eine Klink für Psychosomatische Medizin. Man möge mir meine überschäumenden Frühlingsgefühle nachsehen, aber ich bin jeden Tag von neuem im guten Sinne überwältigt. In diesem nun zum zweiten Mal in seiner Geschichte säkularisierten Kloster werden Menschen behandelt, die sich von sich und der Welt entfremdet haben, die unter Erschöpfung, Angst und Depression leiden. In eigener Sache: Im Rausch des Realen weiterlesen